Von 11 die auszogen, die thüringer Saale zu erobern

Wie in jedem Jahr so hielten es auch in diesem Jahr zwei Hände voll Wanderruderfreunden des Vereins nicht mehr auf dem heimischen Saaleabschnitt aus. Dieses Mal trieb es Sie bis  in einen der vielen letzten Zipfel des wunderschönen Freistaats Thüringen mit Namen Saaldorf in unmittelbarer Nachbarschaft zu Bad Lobenstein.

Dazu kamen wir am Freitag, den 20. Juni 2012 bei idealem Wetter in einer Ferienanlage, in der es ziemlich lauschig zuging, zusammen. Ausgerüstet mit drei Gig-Booten, zu denen diesmal auch alle Teile eingepackt waren, sowie zwei Einer konnte dem Vorhaben eigentlich nichts mehr entgegenstehen. Eigentlich! Allerdings musste die Saale noch bis zum nächsten Tag auf uns  warten, da andere Angelegenheiten, wie der Einzug in die Hütten, Begrüßung mit angemessenem Umtrunk und Bekämpfung des sich eingeschlichenen Hungers, Vorrang bekamen. Damit war auch der Rest des Tages ausgefüllt und Ziel des Wochenendes war es unter anderem auch zu entschleunigen.

Nach einem opulenten Frühstück im Morgentau ging es am nächsten Tag zeitig aufs Wasser. Ziel war die Bleilochtalsperre. Dazu mussten wir vorbei an sanften Hügeln hängenden Dörfern z. T. in dunklen Tann eingebettet, zurück legen. Streng dem Grundsatz der Entschleunigung folgend, konnte diese Strecke keinesfalls in einem Ruck erledigt werden. Also zwischendrin in Saalburg anlegen, um das Flüssigkeitsdefizit entstanden durch Sonne, Wind und Anstrengung  auszugleichen. Das taten wir in einem bescheidenen aber den Ansprüchen genügenden Trunkhaus. Danach ging es ab bis zur Staumauer und zurück zum Trunkhaus, in dem nun neben Getränken auch feste Nahrung auf uns wartete. Satt und hilflos dem Suppenkoma ausgeliefert, wartete erbarmungslos der Rückweg auf uns. Im Lager angekommen, zeigten sich bei der Mehrzahl der Aktivisten dann Ermüdungserscheinungen, denen sich der eine und andere hemmungslos hingab.

Nach dem die Akkus wieder etwas aufgefüllt waren, bestanden einige neugierige Mädels und ein Nichtmädel darauf, mit einem Renn-Einer auf Tuchfühlung zu gehen. Alle gingen das Vorhaben mit beeindruckendem Respekt vor diesem Wassersporträtzel an. Es zeigten sich doch erstaunliche Sicherheiten bei einigen im Umgang mit dem Teil, und andere wissen jetzt, dass noch ordentlich üben nötig ist. Letztendlich ging aber niemand unfreiwillig über Bord.

Dieser Tag fand dann seinen Ausklang bei einem gemütlichen Grillgelage bei  Kerzen- und Glühwürmchenschein.

Der Sonntag begann ebenfalls in aller Frühe mit Morgentau auf dem Frühstückbrötchen. Zeit für eine längere Ausfahrt blieb leider nicht, da uns der Rausschmiss aus den Hütten noch am Vormittag im Nacken saß. Ziel war, den Teil der Saale in Richtung des Ortes Harra kurz vor dem Freistaat Bayern zu berudern. Diese Strecke fiel darum auch kürzer aus, als die am Vortag. Die Saale empfing uns mit spiegelglattem Wasser und die Sonne mit schon wärmenden Strahlen. Auch diese Tour bescherte  uns ein beschauliches Zipfelchen Thüringens. Wir hatten nach der Ankunft nicht mehr die Zeit unser Wochenende in aller Ruhe gemeinsam ausklingen und Revue passieren zu lassen.

Dennoch nehme ich mir das Recht heraus im Namen aller, die mit dabei waren, zu resümieren: Es war ein eindrucksvolles, harmonisches, von bester Laune begleitetes aber auch anstrengendes Erlebnis in einer wunderschönen Landschaft, das sicher nicht das Letzte in dieser Form gewesen sein wird.

Ilona Sauerbrey

Schreibe einen Kommentar